Sauerkraut auf Koreanisch: Kimchi

4. Dezember 2016 Food

Oder…wer im Sommer Kappes klaut international 🙂

Ein neuer Trend im Food-Universum ist ja gerade das Fermentieren von GemĂŒse…so neu ist es zwar nicht, aber sehr hip. 😉 Ich muss zugeben, dass man das mit nahezu jeder GemĂŒsesorte machen kann, wusste ich auch nicht. Die MilchsĂ€ure-GĂ€rung ist irgendwie wie frĂŒher, als man bei Fotografieren noch Filme entwicklen lassen musste…man weiß erst hinterher, was rausgekommen ist 😉

Inspiriert davon, dass wir gerne asiatisch essen, habe ich mich mal an koreanischem Kimchi versucht. 

Nachdem ich einige Rezepte – mal mehr mal weniger Original – gelesen hatte, kam mir das irgendwie zu kompliziert vor: Der Chinakohl wurde nĂ€mlich mehr oder weniger lang in Salzlake gepackt und dann erst weiterverarbeitet. Das mĂŒsste doch auch schneller gehen. Ich habe mich da ganz an meiner Sauerkraut-Methode orientiert und einfach mal gemacht.

Zuerst musste das GemĂŒse zerkleinert werden. Wichtig ist, das man die OberflĂ€che vergrĂ¶ĂŸert, um so die austretende FlĂŒssigkeitsmenge zu erhöhen, insofern Rettich und Karotten fein hobeln.


Auch der Chinakohl wird in mundgerechte StĂŒcke zerkleinert. Ich habe dann das Salz zum GemĂŒse gegeben und das Ganze ordentlich durchgeknetet. Hierdurch brechen die ZellwĂ€nde auf und FlĂŒssigkeit tritt aus…so lange kneten, bis sich richtig viel BrĂŒhe sammelt.


Nun kommt die Asia-Note dazu. Hierzu wird das GrĂŒne von FrĂŒhlingszwiebeln in Ringe geschnitten. Der Rest kommt mit reichlich Knoblauch, Ingwer und Fischsauce in den Zerkleinerer und darf eine Runde durchgewirbelt werden.


Zu dieser GewĂŒrzpaste kommen nun noch Paprikapulver und Chiliflocken. Ich habe meine Chiliflocken ganz normal aus dem Supermarkt, angeblich sollen sie mild sein…allerdings haben sie beim Durchziehen doch eine ordentliche SchĂ€rfe entwickelt. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wo man mit Chilis aus dem Asialaden gelandet wĂ€re… 😉

Schließlich wird die WĂŒrzpaste mit dem FrĂŒhlingszwiebelgrĂŒn zum GemĂŒse gegeben und gut vermischt. Ich hatte vorher etwas von der entstandenen FlĂŒssigkeit abgegossen, um damit am Ende die Mischung im Glas mit FlĂŒssigkeit bedecken zu können.


Wer mit den HĂ€nden mischt, sollte auf jeden Fall Einmalhandschuhe benutzen…Ihr wisst schon: Chili im Auge ist suboptimal. 😉

Nun wird das GemĂŒse in ein BĂŒgelverschlussglas gegeben und gut angedrĂŒckt. Zum Abschluss eine Schluck von der aufgefangenen BrĂŒhe auf die OberflĂ€che gießen, damit der Sauerstoff zuverlĂ€ssig draußen bleibt und ein Verderben verhindert wird. Falls Ihr Euch wundert, was da in meinem Glas schwimmt…das ist ein Einsatz fĂŒr GĂ€rglĂ€ser, der zusĂ€tzlich fĂŒr den Sauerstoffausschluss sorgt. Den braucht man aber nicht unbedingt.


Nun muss das Kimchi etwa eine Woche bei Zimmertemperatur arbeiten. Man hört es in dieser Zeit ab und an blubbern und zischen und etwas von der FlĂŒssigkeit tritt aus, deshalb bietet es sich an, das Glas auf einen Teller zu stellen, wenn man keine Sauerei haben möchte. 😉

Nach einer Woche – die Spannung steigt – habe ich das Glas geöffnet. Wohlweislich hatte ich es dazu in die SpĂŒle gestellt, denn durch den Druck der GĂ€rgase hat es ganz schön gespritzt. Meine bessere HĂ€lfte hat derweil im Wok eine HĂ€hnchen-GemĂŒse-Pfanne improvisiert. Und was soll ich sagen… mit der Portion Kimchi obendrauf, hat das ganze noch mal besser geschmeckt. Kimchi gibt noch mal Frische und SchĂ€rfe und eignet sich als ErgĂ€nzung zu nahezu jedem Asia-Gericht.


Das Kimchi lagert nun in einer luftdichten Box im KĂŒhlschrank. Bei niedriger Temperatur wird die GĂ€rung gestoppt oder zumindest verlangsamt. Meine bessere HĂ€lfte sorgt aber fleißig dafĂŒr, dass der Bestand abnimmt. Auch als Beilage zum abendlichen Wurstbrot scheint das Kimchi also geeignet zu sein. 

Aber Vorsicht: Stellt sicher, dass Ihr ebenfalls davon esst, denn die Knoblauchkonzentration ist doch recht hoch… und den Kollegen bringt Ihr besser auch was davon mit… 😉

Rahmendaten:

1 Chinakohl

1 kleiner Rettich

2 Karotten 

Meersalz (im VerhĂ€ltnis 3:100, also 30g Salz auf ein Kilo GemĂŒse)

4 FrĂŒhlingszwiebeln

8 Knoblauchzehen 

Ingwer (etwa so groß wie eine Walnuss)

1 Schnapsglas Fischsauce 

40 g Paprikapulver

40 g Chiliflocken 

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