Alles andere als hohl – Mini-Fotostudio selbstgebaut

Normalerweise bin ich ja auf meinem eigenen Blog longroad.de oder meiner Foto-Seite markus-wahl.de aktiv, heute habe ich jedoch die Ehre hier einen DIY-Gastbeitrag zu verfassen. Als Hobbyfotograf fotografiere ich normalerweise nicht im Studio, doch manchmal wünscht man sich auch für zuhause die Möglichkeit, kleinere Objekte in einer neutralen Umgebung abzulichten, z.B. für Ebay-Auktionen. Daher schwebte mir schon lange vor, eine Hohlkehle im Eigenbau zu erstellen und vor mehr als einem Jahr bin ich über Google auf diese einfache Anleitung auf fokuswelt.de gestoßen.

Nach zwei Besuchen im Baumarkt, ohne Holzböcke mit den passenden Abmessungen zu finden, reifte dann die Entscheidung, die Anleitung abzuwandeln und den Rahmen für die Hohlkehle komplett selbst zu bauen. Hierzu habe ich mir erst einmal die Hartschaumplatten besorgt, deren Maße weichen mit 1250 x 500 mm schon von der ursprünglichen Anleitung ab. Gleichzeitig stellen sie auch mit die teuersten Komponenten dieses Projekts dar (ich habe hier jeweils €16,50 bezahlt). Auf Basis der Platten entstanden die folgenden beiden Maßskizzen für den Holzrahmen:

Abmessung Winkel
Abmessung Winkel

 

 

Abmessung einzelner Rahmen
Abmessung einzelner Rahmen

Auf Basis dieser Skizzen können jetzt die beiden identischen Rahmen montiert werden. Hierzu die Holzlatten auf Maß sägen und rechtwinklig verschrauben (hierzu die Schrauben 3,5 x 16 verwenden). Die Eckwinkel bilden dabei die Rückseite. Hilfreich für diese Arbeitsschritte sind neben Maßband und Bleistift, ein Fuchsschwanz und eine Gehrlade ein Anlegewinkel (auch Schreinerwinkel genannt) und evtl. ein Akkuschrauber.

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Jetzt die zwei Rahmen auf der kurzen Seite aneinander legen – die Eckwinkel auf den Boden. Die beiden Rahmen nun mit Hilfe der Scharniere miteinander verschrauben. Im Endzustand soll die Konstruktion mit einem Öffnungswinkel von etwas mehr als 90° aufklappbar sein. Hier kommt die Kette zum Einsatz: Diese habe ich in zwei gleich lange Stücke (in meinem Fall etwas länger als 30cm) geteilt und an beiden Seiten der Rahmen so montiert, dass sie diese genau in dieser Endposition geöffnet hält. Die Befestigung der Kette erfolgt mit den etwas längeren Schrauben 4 x 25 und den Unterlegscheiben.

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Nun noch die Fliesen-Abschlussleiste zuschneiden und montieren. Die 1m lange Leiste einfach in der Mitte mit einer Eisensäge teilen und nicht vergessen, die scharfen Kanten mit einer Feile oder Schmirgelpapier wieder zu glätten. Die Montage erfolgt an die jeweils oberen Enden der beiden Rahmen (grün markierte Position in der Skizze). Im aufgeklappten Zustand kann man nun die Hartschaumplatte seiner Wahl ganz einfach einhängen.

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Prinzipiell ist die Hohlkehle hiermit fertig. Auf einem Tisch positioniert kann man sie ab sofort zum Fotografieren nutzen. Bei mir kommen hier dann doch noch zwei Holz-Klappböcke aus dem Baumarkt zum Einsatz.

Um das zu fotografierende Objekt möglichst schattenfrei ausleuchten zu können, muss man mit mehreren Lichtquellen arbeiten. Dabei können Studioblitze, Aufsteckblitze mit Fernauslösung oder auch Leuchten zum Einsatz kommen. Ich habe mich entschieden, für überschaubare Objekte einmal mit kleinen LED-KLemmspots zu experimentieren und hierfür bei IKEA für wenig Geld 4 JANSJÖ Spots besorgt.

Das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Hier ist es jedem aber selbst überlassen, wie er seine Objekte ausleuchtet.

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Rahmendaten:

2 Latten gehobelt, gefast 24 x 44 x 2500 mm

Hartschaumplatte weiß 1250 x 500 x 3 mm (Evtl. noch andere Farben für weitere Hintergründe. Ich habe mich noch für schwarz entschieden)

Fliesen-Abschlussleiste aus Edelstahl 1000 mm mit 5 mm Öffnungsmaß

8 Eckwinkel z.B. 100 x 100 x 15 mm und 2 schmale Scharniere z.B. 64 x 34 mm zum Verschrauben auf die Latten

ca. 60 bis 80 cm Kette möglichst mit dünnen Kettengliedern (z.B. Knotenkette)

Universalschrauben (Holzschrauben) 3,5 x 16

Universalschrauben 4 x 25

Unterlegscheiben M5

 

Optional:

2 Holz-Klappböcke

4 LED-Klemmspots (z.B. JANSJÖ von IKEA)

 

Update 7. April 2015: Mit einer hinterleuchtbaren weißen Plexiglasscheibe habe ich die Hohlkehle noch erweitert.

 

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