In die (Jacken-) Tasche gesteckt…

Pinterest sei Dank spukte diese Idee, aus einem ausrangierten Herrensakko eine Tasche zu nähen, schon eine ganze Zeit in meinem Kopf herum. Leider hatte ich nur ein Foto vom Endprodukt, aber im ganzen Internet (zumindest fühlt es sich an, als hätte ich es bis zum Ende durchsucht) war keine Anleitung zu finden. 🙁

Jetzt hat meine bessere Hälfte ein Sakko aussortiert und ich habe die Chance beim Schopf ergriffen, einfach mal zu probieren, ob ich es auch irgendwie ohne Anleitung hinbekomme. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt…

Als ersten Schritt habe ich das vorhandene Foto auf Ideen für ein Schnittmuster hin untersucht. Glücklicherweise konnte man die Nähte gut sehen, so dass ich auf Papier ein Schnittmuster zeichnete. Die Größe richtet sich nach dem Sakko, das man zur Verfügung hat…bei mir eines in Größe 106, also etwas mehr an Stoff. Ich habe also Seitenteil, Boden, Front- bzw. Rückseite und Henkelteile vorbereitet.

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Klar war auch, dass das Original noch eine Verstärkung vernäht hatte, damit die Tasche stehenbleibt. Ich hatte aber keine Vlieseline zur Hand und war zu ungeduldig auf die nächste Einkaufsmöglichkeit zu warten. 😉 Deshalb entschied ich mich, es trotzdem zu versuchen…dann würde es eher ein Beutel werden, wenn alles klappt.

Die Schnittmusterteile geschickt auf dem Sakko zu verteilen, um das vorhandene Stoffmuster nicht zu zerstören, war die erste Herausforderung. Ich habe es geschafft, dass die Nadelstreifen ziemlich vertikal verlaufen. Dann mit Nahtzugabe zuschneiden. Hierbei werdet Ihr merken, dass in einem Sakko ganz schön viele Verstärkungen an den unterschiedlichsten Stellen verarbeitet sind. Da diese aber nach dem Zuschnitt nicht gleichmäßig verteilt sind, habe ich sie so weit wie möglich entfernt, so dass nur Oberstoff und Futterstoff des Sakkos übrig geblieben sind.

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Nun ist das Zusammennähen dran. Ich habe mit den Henkeln begonnen, dann die Vorder- bzw. Rückseite angenäht, schließlich die Seitenteile angefügt und geschlossen. Wichtig ist es, die Nähte nach den einzelnen Arbeitsschritten mit einem Zick-Zack-Stich zu versäubern und in Form zu bügeln. Etwas schwieriger erwies sich das Einnähen des Bodens zum Abschluss.

Vielleicht hätte ich besser andersrum begonnen und die einzelnen Teile zuerst am Boden befestigt? Aber so ist es, wenn man auf eigene Faust etwas versucht, hinterher ist man immer schlauer. 😉

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Trotzdem finde ich, dass das Ergebnis sich sehen lassen kann. Durch eine glücklichen Zufall beim Zuschneiden (so weit hatte ich gar nicht gedacht) entstand sogar aus der Brusttasche des Sakkos eine innenliegende Handytasche.

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Was meint Ihr? Irgendwelche Tipps, wie ich mir die Arbeit hätte erleichtern können? Welche Art von Vlieseline würde ich wohl für eine „stehende“ Tasche brauchen?

Rahmendaten:

ausrangiertes Herrensakko
Nähmaschine und Nähzeug
Papier fürs Schnittmuster
räumliches Vorstellungsvermögen
Mut 😉

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